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Hauthelfer / Insektenstiche / Bremsenstiche

Bremsenstiche
Warum Stiche von Bremsen meist so schmerzhaft sind und wie man sie behandelt

Bremse auf einer Blüte

Bremsenstiche erkennt man meist sofort: der Stich ist schmerzhaft und deutlich zu spüren. Ein Bremsenstich ist sehr unangenehm und die Abheilung kann bis zu zwei Wochen andauern.

Bremsen werden vom Schweißgeruch angelockt und sind in Mitteleuropa zwischen April und August an schwülen Tagen besonders aktiv.

Im Sommer halten sie sich gerne auf Kuhweiden oder in der Nähe von Pferdegehöften auf, da sie sich vom Blut der Weidetiere ernähren, wobei bei den Bremsen nur die Weibchen Blut saugen. Bremsen sind damit nicht nur für Menschen äußerst lästig. Sie können durch ihre Stiche das Nutzvieh derart in Unruhe versetzen, dass die Erträge von Milch und Fleisch deutlich geringer ausfallen können.

Wo sie am liebsten zuschlagen

Sie suchen sich mit Vorliebe schwach behaarte Körperstellen wie Gesicht oder Ohren aus, an denen sie Blut saugen. Besonders an schwülen Tagen, am Wasser, am Badesee oder im Schwimmbad ist mit einem höheren Aufkommen an Bremsen zu rechnen.

Bremsen sind schnelle und geschickte Flieger und verfolgen ihren Wirt, um ihn zu stechen. Man erkennt Bremsen durch ihre deutlich gefärbten Augen und ihre Fühler, die an kleine Hörner erinnern.

Im norddeutschen Raum wird die Bremse oft auch „Dase“ oder „Blinde Fliege“ genannt, in Westdeutschland „Blinder Kuckuck“, in Süddeutschland und Teilen Österreichs und der Schweiz „Bräme“ oder „Brämer“.

Was passiert bei einem Bremsenstich?

Wie die meisten Blutsauger spritzen Bremsen ein gerinnungshemmendes Sekret unter die Haut, welches bei der relativ großen Stichwunde ein Weiterbluten verursacht. Bremsen können bei einem Stich bis zu 0,2 ml Blut saugen.

Von der austretenden Flüssigkeit, bestehend aus Blut, Lymphe und Zellflüssigkeit, ernähren sich Bremsen. Der Geruch von Schweiß lockt sie an und sie können auch durch Kleidung hindurchstechen.

Ist ein Bremsenstich gefährlich?

Bremsenstiche sind normalerweise ungefährlich. Es sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden, wenn der Bremsenstich übermäßig anschwillt oder schmerzt.

Außerdem können Bremsenstiche für die mechanische Übertragung von Milzbrand, Weilscher Krankheit, Tularämie und Lyme-Borreliose auf den Menschen verantwortlich sein.

Symptome von Bremsenstichen

Einen Bremsenstich erkennt man, im Gegensatz zu Mückenstichen, sofort, da der Stich sehr schmerzhaft und deutlich zu spüren ist. Außerdem lässt sich eine Bremse sehr schnell identifizieren, denn verglichen mit anderen Insekten „kleben“ sie förmlich auf der Haut und lassen sich so gut wie gar nicht verscheuchen.

Symptome von Bremsenstichen sind erst einmal ähnlich zu herkömmlichen Mückenstichen:

  • Schmerz
  • Juckreiz
  • Nachbluten möglich
  • Schwellung der Haut rund um die Einstichstelle

Anders als bei einem herkömmlichen Mückenstich sind die Symptome bei einem Bremsenstich wesentlich länger sichtbar und spürbar. Es kann mitunter bis zu zwei Wochen dauern bis ein Bremsenstich verheilt und symptomfrei ist, wenn man den Stich nicht umgehend richtig behandelt.

Juckreiz bei Bremsenstichen

Bremsenstiche behandeln

Was hilft bei Bremsenstichen im akuten Fall?

Bei Bremsenstichen, wie bei allen Insektenstichen, ist es wichtig schnell zu reagieren und die Stelle zu behandeln. Bei einem Bremsenstich wird, ähnlich wie beim Mückenstich, ein Protein unter unsere Haut gespritzt, auf das wir Menschen allergisch reagieren. Es kommt zu Schmerzen und Juckreiz im Bereich des Stiches und die Haut rötet sich.

  1. Hitze

    Bei Bremsenstichen hilft eine schnelle Behandlung mit Hitze, um Symptome wie Juckreiz und Schmerzen zu vermeiden. Ab 40 Grad wird das Protein, das die Bremsen uns unter die Haut spritzen, zerstört. Hierzu eignet sich beispielsweise ein erwärmter Teelöffel. Doch Vorsicht! Zu heiß darf er nicht sein, damit man sich nicht verbrennt.

  2. Kratzen stoppen

    Zwar ist der Juckreiz oft quälend, dennoch sollte starkes Kratzen unbedingt vermieden werden. Durch die mechanische Kratzbewegung gelangen Schmutzpartikel unter die Haut. Dies kann zu einer Entzündung des Stichs führen. Besonders Kinder neigen dazu sich zu kratzen und sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich die Symptome dadurch verschlimmern. In der Nacht kann man Kindern Handschuhe anziehen. So geraten sie nicht in Versuchung sich unbewusst zu kratzen.

  3. Symptome lindern

    Hilfreich gegen den Juckreiz sind lokal angewandte Präparate mit dem Wirkstoff Dimetindenmaleat: Das Antihistaminikum lindert den Juckreiz, indem es das juckreizauslösende Histamin von den Bindungsstellen (Rezeptoren) im Körper verdrängt. Dadurch wird der Juckreiz schnell und effektiv gelindert. Die Anwendung in Form eines Gels mit Dimetidenmaleat bietet darüber hinaus einen angenehmen Kühl-Effekt.

    Bei mäßig ausgeprägten Symptomen empfiehlt sich die Behandlung des entzündeten Bremsenstichs mit einem niedrigdosierten hydrocortisonhaltigen Präparat, das entzündungsbedingte Symptome lindert und bei Kindern ab 6 Jahren angewendet werden kann.

Bremsenstiche vermeiden

Auch mit ausreichend Schutz lassen sich Bremsenstiche nicht immer vermeiden. Es gibt jedoch Maßnahmen, um sich bestmöglich zu schützen.

Wasser meiden

Wasser zieht Bremsen nahezu magisch an. An heißen oder schwülen Tagen tummeln sie sich in Scharen an Seen und Gewässern. Wer das Wasser trotzdem nicht meiden möchte, sollte sich mit einem Insektenspray einsprühen, um die lästigen Brummer von sich fern zu halten.

Körperhygiene

Die tägliche Morgendusche sorgt nicht nur für ausreichend Körperhygiene, sondern schützt Sie auch vor Bremsen. Diese lassen sich nämlich gerne von Schweiß-Geruch anlocken.

Die richtige Kleidung

Durch dicke Textilien und Stoffe können Bremsen schlechter stechen. Leichte, luftige Kleidung vereinfacht dem Stachel das Durchdringen des Stoffes und das Eindringen in die Haut.

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*bei mäßig starken Hautentzündungen
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